Zwischen der Idee auf dem Moodboard und der palettierten Serie liegen vier klar abgrenzbare Phasen. Wer sie kennt, kann Termine planen, Kosten einordnen und erkennt früh, an welcher Stelle ein Projekt hängt.
Phase 1: Briefing und Machbarkeit
Am Anfang steht nicht das Design, sondern die Rahmenbedingung: Zielgruppe, Zielverkaufspreis, Material, Stückzahl und Termin. Aus diesen vier Angaben ergibt sich, ob eine Idee als Guss-, Stanz- oder Montageteil umgesetzt wird. Bereits hier zeigt sich, ob eine Wandstärke zu dünn, eine Öse zu klein oder ein Steinbesatz für den Zielpreis zu aufwendig ist.
Phase 2: 3D-Design und technische Freigabe
Im CAD entsteht das Produkt maßhaltig – mit Wandstärken, Radien, Ösenpositionen, Gravurflächen und Gewichtsangabe. Aus dem 3D-Modell lässt sich der Materialeinsatz und damit der spätere Stückpreis vorab berechnen. Wird an dieser Stelle sauber gearbeitet, sinkt die Zahl der Musterschleifen deutlich. Dauer: in der Regel ein bis drei Tage je Artikel.
Phase 3: Prototyp und finales Sample
- Kunststoff-Prototyp (4–7 Tage): prüft Proportion, Sitz, Trageverhalten und Größe – schnell und günstig.
- Finales Sample (3–4 Wochen): Serienmaterial, Serienoberfläche, Verschluss, Gravur und Verpackung im Originalzustand.
Das freigegebene Sample ist der verbindliche Maßstab für alles, was danach kommt. Es wird fotografiert, vermessen und beschrieben. Jede spätere Abweichung der Serie misst sich an diesem Referenzmuster – nicht an einer Erinnerung oder einem Rendering.
Kein Projekt geht in Serie, bevor ein physisches Muster freigegeben und dokumentiert ist.
Phase 4: Serienproduktion, Prüfung und Lieferung
| Schritt | Dauer |
|---|---|
| Serienfertigung | 4–8 Wochen je nach Menge und Aufwand |
| Qualitätskontrolle in Deutschland | im Anschluss an den Wareneingang |
| Verpackung, Barcode, Kommissionierung | parallel oder direkt danach |
| Lieferung an Lager oder Fulfiller | nach Freigabe der Prüfung |
Ein typisches Projekt liegt bei rund acht Wochen ab Sample-Freigabe. Verzögerungen entstehen fast nie in der Fertigung selbst, sondern durch späte Entscheidungen: nachträgliche Designänderungen, offene Verpackungsfragen oder fehlende Barcodes.
Wo Marken am häufigsten Zeit verlieren
- Unklares Briefing – jede Rückfrage kostet einen Tag.
- Konzeptwechsel nach technischer Freigabe – das ist faktisch ein neues Design.
- Verpackung erst am Ende geklärt – sie hat eigene Vorlaufzeiten.
- Content erst nach Anlieferung geplant – der Shop startet dadurch Wochen später.
Parallel denken statt nacheinander
Während die Serie läuft, lassen sich Verpackung, Produktfotos, Shop-Texte und Fulfillment vorbereiten. Marken, die diese Spuren parallel führen, verkaufen ab dem Tag der Anlieferung – statt weitere vier Wochen zu verlieren.
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